Review: OMRÅDE – Nåde (Avantgarde Metal)

Mit Nade erscheint nun endlich, am 26. Mai,  zwei Jahre nach Veröffentlichung des allseits geliebten Debütalbums Edari das zweite Studio Album der Avantgarde Metaller von OMRADE. Wer She Wolf schon eine Weile verfolgt, wird sich sicher daran erinnern können, wie angetan man von dem Debüt dieser Truppe war. Und wer sich nicht erinnern kann, der kann hier mein Review zur Debütscheibe nochmal nachlesen: Review Edari

Aber widmen wir uns hiermit aktuelleren Themen und somit auch dem neuen Album Nade. Zwei Jahre haben sich die Kreativköpfe Arsenic (Drums, Synths, Keys) und Bargnatt XIX (Gitarre & Lead Gesang) zeit gelassen und erneut ist hier wieder ein Kunstwerk des Metal herausgekommen, Avantgarde? Aber Hallo oida! Das Cover von Nade, ist mal wieder eine kunstvolle Verpackung und auch die Musik hält, was das Cover verspricht. Also rein in den Player, alle Regler nach Rechts und den Klängen dieser Combo lauschen. Industrialmäßig poltert der Opener Malium in seinem Verse aus den Boxen. Zusammen mit dem rauen Gesang und diesem Basssound, könnte man fast meinen, es handele sich hierbei um eine unveröffentlichte KMFDM Nummer. Wieder einmal spielen die Avantgarde-Metaller mit einer Fülle an Arrangements und Sounds und erschaffen somit ihr ganz eigenes Klanguniversum. Wie ein Maler dem die Ideen der Farben nicht ausgehen. Es überrascht keineswegs, das OMRADE sich so viel Zeit bei der Entstehung ihrer Alben lassen, denn was sie fabrezieren, ist musikalisch höchster Anspruch. Die verschiedensten Klänge kommen zum Einsatz und erschaffen somit ein ausgiebiges Klangerlebnis, oder auch Luxus für die Ohren? Ich weiß es nicht. Natürlich sind die Metalgitarren nicht von Fehl, jedoch sollte man, wenn man hier ein reines Headbangalbum erwartet, lieber erstmal reinhören. Denn zum reinhören, nein einfühlen, ist Die Platte gemacht und nichts anderem.

Bei XII treffen psychedelische Elemente auf rotzige Gitarren and Saxophonklänge. Die Drumbeats sind auch hier wieder von elektronischer Natur und wirken wie aus einem Sequenzer. Offengesagt kommt einem dieser Track vor, wie eine Jamsession verschiedener Musikgenres. Ist das noch Metal? Ja Denn ab ziemlich genau der neunzigsten Sekunde, setzen die akustischen Doublebass Metaldrums zu heftigen Bässen und feurigen Saxophonklängen ein um schließlich in langsamen Aufbauten eine Art von Industrial Metal zu übergehen und das Klangbild komplett zu Transformieren. Auch hier haben OMRADE mal wieder atemberaubendes erschaffen. Bitte mehr davon! Und das bekommt man direkt auf dem dritten Geniestreich Enter zu hören. Mit einer teils düsteren, teils träumerisch hellen Klangfarbe im Grundgerüst, wird auch hier wieder alles aus der Schmiede geholt. Der Gesang passt wie die faust auf’s Auge. Ist das hier vielleicht Elektrometal? So klingt es jedenfalls! Extrem feierbar das Ganze. Wer Anspruchsvoll ist, wird die Spielerreien mögen, die sich zwischen beinhartem Metalriffing und gedämpften Ambientelementen wie aus einem Guss im Kanon abwechseln und sich eine endgeile Schlacht liefern.

Die Songs sind fast immer im mittleren Tempo angesiedelt. Extreme Geschwindigkeit? Fehl am Platz! Aber das würde auch die Stimmung, die OMRADE hier verbreiten ziemlich zu Nichte machen. Auch das mit Pianoklängen verwöhnende, baut zunächst mit einer Palette an sanften, fast schon Filmscorelastigen Instrumenten auf, bis der knapp sieben Minütige Brenner anfängt zu Zünden und aber der Hälfte zum starken Metaller auffährt. Auch dieses Stück ist ein weiteres, dass eher fürs Zurücklegen, Augenschließen und Kopfkino fahren lassen ist. 

Da wären aber noch weitere Tracks, die man offen gesagt nur in den höchsten Tönen loben kann. Styrking Leið oder The Same For The Worst z.B. Okay bei ersterem wiederholen sich OMRADE irgendwie, aber das stört hier nicht und trügt auch nicht den Hörgenuss dieses classical Metals. Baldar Jainko und der Ending Track Falaith runden das Gesamtkunstwerk nochmal ab. 

Fazit: 9 von 10: Audiophiles Avantgarde Metal Album mit O(h)rgasmus Garantie. Moshpit Liebhabern würde ich es nicht empfehlen. Metalheads, die gerne abdriften jedoch schon. 

Review von Philipp – Philipp@she-wolf.eu

Internet:

OMRADE @ Facebook
OMRADE @ Amazon
OMRADE @ Google Play
OMRADE @ Spotify hören
OMRADE @ Deezer hören


css.php