Review: IN TORMENTATA QUIETE – Finestatico (Avantagarde Black Metal)

Das italienische Plattenlabel My Kingdom Music ist bekannt für seine Vielseitigkeit und für ein gutes Händchen bei seinen Acts. Jedoch überrascht mich die Tatsache, das es sich so schnell mit dem neusten Werk Finestatico der Italiener IN TORMENTATA QUIETE,  abermals um eine Avantgarde-Metalband handelt. Auf der Seite der Achtköpfigen Bombastcombo steht zwar Avantarde Black Metal, bzw. im Promosheet Avantgarde Empathic Metal, aber es macht einem auf jeden Fall schonmal neugierig. Und das hier ist in seiner Grundessenz schonmal derber Moshpit und Schleudertrauma tauglicher Black Metal mit allem was dazu gehört (und mehr!) 

Seit 2001 nun schon veröffentlichen IN TORMENTATA QUIETE Musik, wobei Finestatico ihr nun 4. Studioalbum darstellt. Lange Rede kurzer Sinn: Widmen wir uns nun diesem Opus, das am 16. Juni 2017 das Licht der Welt erblicken wird und geben wir euch somit einen ersten Vorgeschmack. 

Zero ist der erste von Sieben Tracks, die IN TORMENTATA QUIETE (zu Deutsch: In Qualvoller Stille) Zugegeben, ziemlich unspektakulär leitet der Track schon ein und man bekommt nichts zu hören als ein Flugzeugsound der tiefer sinken zu scheint. Nach diesem Effekt gibt es den geilsten Black Metal, den ich seit langem gehört habe. Genretypische Elemente, Grawlgesänge, ausgefeilte Arbeit der Drums, Gitarristen und Bassisten. Aber was ist das? Zu den unheilvoll geilen Growls, kommen noch lieblich schöne weibliche Gesänge hinzu. Ja auch Nackenschonende Kost, sind in die Arrangements von IN TORMENTATA QUIETE eingebaut, denn auch elektronische Synthesizer, Keyboardflächen und eine Ausschlaggebende Klangbühne, die mehr hergibt als puren Gitarrensound, sind geboten. Der Wechselgesang zwischen dämonischen Growls und Shouts und enegesgleichem Gesang, kommt daher, als würde „Himmel“ und „Hölle“ gerade eine Schlacht gegeneinander auffahren und das kommt so unfassbar geil rüber, das könnt ihr glauben. IN TORMENTATA QUIETE sind alles anders als Still und für den Metalhead sicher nicht Qualvoll, für den Schlagerfuzzi allerdings schon, *grins* . Mit „nur“ Sieben Titel, ist dieses Album aber auch nicht zu kurz, denn die Spielzeit eines jeden einzelnen Songs, geht weit über 4 Minuten. So auch bei dem zweiten, operettenhaften Kunstwerk Sole. Growls, treffen auf schöne Tenöre und lieblichen Engelsgesang. Gesungen wird hier natürlich in italienisch. Das wirkt so, als hätten Cradle Of Filth und Pavarotti eine Kollabo gemacht. Ob Pavarotti sowas auch mögen würde? oder ob er in Schockstarre verfallen würde? Also auch ihr Schwarzmettaler hier, ihr werdet es feiern. Das ist einfach mal was ganz anderes und die Leistung der drei Sänger bleibt auf dem ganzen Album konstant fabelhaft oder um es in italienischer Sprache auszudrücken: „Favoloso“. Wer jetzt jedoch denkt, dass nur die Sänger ordentlich was auf dem Kasten haben, der irrt gewaltig. Natürlich haben auch Keyboarder, der mit fantastischen Klangfarben arbeitet, Gitarristen, Bassist und der Power-Drummer einiges auf dem Kasten. Hierbei handelt es sich echt um eine talentierte, eingespielte Metaltruppe, die für Anspruchsvollen, konzeptionellen (Avantgarde) Black-Metal steht. Die Stürmerischen Brutal-Parts und die einfühlsamen ruhigen Parts, machen IN TORMENTATA QUIETE einzigartig. Somit ist auch R136a1 ein Wechselbad der Klanggefühle. Die fast konstant im mittleren Geschwindigkeitsbereich angesiedelte Nummer, versteht es den Staub aus den Boxen zu blasen und der Membran aber auch eine ordentliche Verschnaufpause mit eindrucksstarken Soundscapes zu gönnen, die dabei aber eine prächtige und „deepe“ Klangbühne aufbaut. 

Das vierte Theme auf diesem Meisterwerk, trägt den Titel Eta Carinae und eröffnet ruhig und zeigt IN TORMENTATA QUIETE erneut von seiner perfektionistischen Seite aufleuchten.  Eta Carinae wird im Geleit von Flötensounds und akustischer Gitarre, zuerst zum ruhigen Opernduett, bis nach 90 Sekunden scheinbar Schluss mit ruhig ist und prächtige Drums, geile Gitarren, fette Bässe und Orchestrale Synthesizerflächen hier zu Wort kommen. Hier muss man ganz klar betonen, das der Song etwas progressiv aus den Boxen kommt und hier jedoch die ruhigeren Avantgardesken Anteile überwiegen, will sagen: Er baut sich auf und wirkt in seiner Machart vollkommen. Hier sei auch noch die tadellose Produktion gelobt, die der anspruchsvollen Musik auch Gerecht wird. Das verspielte, sechste Intermezzo mit IN TORMENTATA QUIETE, wurde auf den Namen RR Lyrae getauft. Zusammen mit dem siebten und finalen Streich, geben IN TORMENTATA QUIETE, nochmal ihr allerbestes und präsentieren musikalisch-metallische Kost für den Anspruchsvollen Headbanger, der es sowohl Hart und Moshpit-tauglich, als auch konzentriert mag.

Fazit: 9 von 10: Wow. Man merkt richtig, das hier wahrhaftige Meister am Werk waren. Auch wenn die Songs doch sehr lang erscheinen, werden sie zu 95 prozent nie langatmig. im Gegenteil. Growl und Headbangfans, aber auch Genießer, werden dieses Album mögen. Die Scheibe ist lyrisch auf Italienisch gehalten. Hier bekommt ihr einen genialen Italienischkurs geboten, der Metal as Fuck ist. IN TORMENTATA QUIETE – Finestatico – schreibt’s euch auf den Zettel!

Review von Philipp – Philipp@she-wolf.eu

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