Review: PULSE – Extinction Level Event (Cyber Metal) (TIPP DER REDAKTION)

Heute geht es mit Extinction Level Event um das Debütalbum der Cyber Metaller von PULSE. Veröffentlicht auf CCP Records, haben die Cyberpunkmetaller um Nemesis aka. Pulse SETI (SonicScreams/Gitarre), VIDAR (Bass), Cosmic (Gitarre) und Pulsar (an der sog. Pulse Station) hier etwas abgeliefert, das aus der Zukunft stammen könnte. Wer auf sowas steht, der wird die Platte verdammt nochmal feiern! Wer hier klassischen Metal erwartet, könnte zunächst enttäuscht sein, beim Hören aber dennoch seinen Gefallen daran finden, vorrausgesetzt: Er ist nicht engstirnig und auch für neueres offen… ABER ES LOHNT SICH

Bereits vor gut zwei Jahren, wurde die Scheibe fertiggestellt und über CCP veröffentlicht. Besser spät als nie, ist man bereit sich diesem Opus aus einer fernen Zukunft anzunehmen und das wird hier mit Wonne in die Tat umgesetzt. Pulse Of The Planets / S.E.T.I, bildet hierbei die Einleitung in das neun Titel umfassende Opus und genauso klingt es auch. Das Intro klingt wie aus einem Sciencefiction Horrorfilm. Düstere Synthesizer, Funksprüche und schaurig-schöne Geräusche, die wie eine Alienkommunikation erscheinen, bilden hier den Einstieg in die abgespacte Welt von PULSE. Der erste Track handelt von der Superspecies und ich krieg jetzt schon Partystimmung. Zügige elektronische Drumbeats, metallische Gitarren und Bässe, kombiniert mit herausragenden elektronischen Elementen. Sänger SETI klingt tatsächlich so, als wäre er ein Wesen aus einer fremden Welt. Hier gilt eins: Steig in unser Zeit-Raum-Schiff und reise mit uns in einer Jahrhunderte entfernte Zukunft und erlebe den Metal der Zukunft. So würde meine Wenigkeit das umschreiben. PULSE schaffen den verblüffenden Spagat zwischen elektronischer Musik und hundert Prozent Metal. Die Drumbeats sind elektronisch, die Synthesizer im Leadbereich eindeutig düster-elektronisch, klingen jedoch teilweise wie aus einer Dark-Trance Produktion und der Bass? Präzise und allgegenwärtig, aber nicht aufdringlich und die Gitarren sind zu einhundert Prozent Metal. 

Ein sage ich euch: PULSE blasen dem lauschenden den Weltraumstaub um die Ohren. Da ist jeder Takt eine stromgeladene Partikelschleuder und ihr werdet es Lieben! Zwei Welten treffen aufeinander und werden zu etwas ganz neuem. Nahtlos geht es in den zweiten Titel Source Of Evolution über, der einfach so eingefadet wird und man zunächst gar nicht mitbekommen mag, das hier gerade der zweite Song angefangen hat und irgendwie kommt einem der Verdacht zunächst auf, dass es sich hier thematisch um eine Art Rasse ähnlich der Engineers aus dem Alien Universum / Prometheus handeln könnte, die die Menschheit erschaffen haben könnte. Beim anhören des Textes, wird jedoch klar: Hier geht es vielmehr um höchst spirituelles Thema und ich versuche dies mal auf den Punkt zu bringen. ,,Wie kannst du mein Gott sein, wenn du mit uns spielst….“ Dies sollte wohl für sich selbst sprechen um euch einen Überblick zu verschaffen, worum es in der Nummer geht. Drums auf abermals auf über 180 BPM getrimmt, werden hier aus den Synthesizern geile Sphären und abgefahrene Leads befreit. Die abermals tadellose Gitarrenarbeit lässt Metaller Herzen rasen. 

Die Einleitung von Of Voyage And Contact bietet zunächst das bereits gehörte Weltraum, Astronauten Theme in kurzer Zeit aber von einem träumerischen Enssemble aus schönen Pianoklängen, Space Age Spheren und düsteren Layern und gibt hier einen geladenen Klangcosmos in den Hörraum frei. Ein wenig erinnert dieses einfühlsame Spiel an eine Art future-Serenade. Die ruhige Nummer erinnert an einen Funkspruch von einem Raumschiff. Hier bleiben liebevolle Pianomelodien zwar hauptbestandteil des Arrangements, jedoch wird ein schönes Gitarrensolo, das die Leidenschaft des Songs untermalt hinzugezogen. Mit knapp fünf Minuten, ist dieses im Grundgerüst her balladeskes (fast) Instrumentalstück so liebevoll und komplex, dass es soviel Spaß macht diesen Song zu hören und man gar nicht merkt, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man sich auf den Track einlässt. An und für sich machen PULSE auch hier wieder alles richtig und erschaffen ein längeres Musikstück, bei dem sich keinerlei Ermüdungserscheinungen bemerkbar machen. Future-Ambient-Metal würde ich es fast schon nennen. 

Bei B.E.A.P gehen PULSE aber dann wieder auf Geschwindigkeitsstufe WARP und präsentieren Clubtaugliches vom allerfeinsten. Futuristische Synthbässe, düstere Dark Wave Synthesizer wie gehabt und dabei zaubern sie wahrlich geile Ideen aus den Boxen. Abermals ist auch hier wieder vom Musik- und Songwriting gesehen alles mehr als richtig gemacht worden und während das Raumschiff PULSE durch die Fernen des Weltraums düst, kann man einfach nur Headbangen. Aber PULSE verstehen es auch, ihre Songs konstruktionstechnisch verschachtelt aufzubauen und so wird auch hier wieder gewohnte Cyberpunk-Kost geboten…. Inkl. Doublebass-Drums, die eure Tieftöner zum beben bringen werden. 

Nach dem kurzen Intro Into Deep Rendez-Vous, der direkt von der NASA stammen könnte, geht es nach einer Zündung der Warp-Triebwerke direkt wieder in eine Mission From Venus To Earth. Die Cyber-Metaller hauen auch hier wieder mächtig auf die Drummachine und bieten Dance Tauglichen Metal mit gothic gerechen Klangfarben. Ey echt jetzt. Hier geben sich Cybergothics und Metalheads (sofern sie nicht spießig sind) echt die Hand und tanzen im Moshpit der Zukunft. Der Kram ist so unfassbar genial. Die Gitarren spielen hier eine etwas untergeordnete Rolle und das tragende Element neben Seti’s Gesang, sind natürlich die Synthesizer und (Space)-Pianoklänge. Hier zaubern Pulse abermals wieder zu einem geilen Text, eine Super Arrangement aus den HiFi Anlage, die euch ins Schwitzen bringen wird. Ist Gott ein Außerirdischer? und sind Engel auch Außerirdische? Nein das war mal ein kleiner Scherz am Rande aber nicht von dieser Welt, ist der herausstechende Stilmix von PULSE. Aber wenn man den Namen von Titel Nummer 8. liest, kommt man ins sinnieren. AlienAngel, präsentiert sich im gewohnten elektronischen Space Age Metal mit beinharten Gitarren, Rave’gen Keyboards und Metalnoise von bester Qualität. Im Verse geht es fast rein elektronisch daher, während im Refrain die Stormgitarre wieder hinzugemischt wird und das macht den Reiz dieses speed-metal-ravers auch richtig aus. Klar die Gitarre kommt etwas Marginal daher. Aber wer sagt das ihr hier nicht durchgehend Gitarren hört? Schon mal was von Guitar To MIDI Tonabnehmern, Roland Guitar Synthesizern, etc gehört? Nein? Na dann bitte mal googlen 😉 . Auch hier ist Geschwindigkeit und ausgeklügeltes Songwriting angesagt. Seti unser altes Gesangs und Gitarren-Alien ist natürlich auch hier wieder in Topform und so bringen PULSE euch auch hier wieder mächtig ins Schwitzen. Wieso denke ich grade an The 5th Element mit mächtiger Badabum? 

The Last Farewell bildet passender weiße den Abschluss dieses genialen Cyber-Techno-Space-Age-Spektakels und in der Hoffnung, das es sich hierbei nicht um die Ankündigung des endgültigen Abschlusses handelt, lausche ich gespannt den Klängen, die hier Elemente des Industrial Metal überdeutlich zeigen. Der Track besteht durch ein mittleres Tempo, schöne melodiöse Keyboardmelodien, die in einer Einheit aus atemberaubenden Gitarren- und Bassriffs einen bombastischen Sound, der nicht von dieser Welt zu sein scheint. Sparsam kommt hier das vorher schon angesprochene Klavier zum Einsatz, die zu dem typischen Pulse Sound zugemischt werden und diesen letzten Mid-Tempo Stomper vollenden, der zu dem elektronischen und Metalteil auch klassische Instrumentalsounds anwendet und somit verschiedene Welten kombiniert und ja das funktioniert wunderbar. 

Fazit 10 von 10 : Metal aus der Zukunft? Oder nicht von dieser Welt gefällig? mit geilen Gitarren und super Leadparts? Bei den Sci-Fi Metallern von PULSE, habt ihr genau das Richtige. Hier geben sich Electroheads and Metalheads versöhnlich die Hand und lernen, dass beides perfekt zusammen Funktionieren kann. Wer immer nur den selben Krempel will, gut. Aber HIER wird wirklich mal etwas ganz neues geboten das es sich definitiv zu hören Lohnt. Ich bin Hin und Weg und gebe hier gut und gerne den TIPP DER REDAKTION und das Zurecht.

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