Reviews: WILD ROSE – HOUSTON – TEN

wildrose-hitandrunWILD ROSE – „Hit’N’Run“ (AOR Blvd. Records / C.S. Management & Promotions)

Die Band aus Griechenland gehört zu den Vorzeige-Acts im Melodic Rock. Mit ihren beiden Vorgänger-Alben „Half Past Midnight“ (2011) und „Dangerous“ (2013) haben sie ja schon sehr sehr kräftige Lebenszeichen gesetzt und am 13. Rocktober 2014 erscheint jetzt das neue Album „Hit’N’Run“. Nun, wenn man sich immer schon gewünscht hat, wie wohl eine Mischung aus Journey, Toto, Bon Jovi und Street Talk klingen würde, der wird auf dem neuen Wild Rose-Album die Antwort zu hören bekommen. Es ist das zweite Album mit dem Sänger David A. Saylor und dieser macht einen perfekten Job, seine Stimme ist erstklassig und erzeugt absolutes Gänsehaut-Feeling! Aber auch die restliche Band versteht mit ihren Instrumenten umzugehen, alles ist sauber und gekonnt eingespielt. Mit „Through The Night“ startet die Band und serviert gleich mal einen Midtempo-Kracher allererster Güte, auch der nächste Song „I’ll Be There“ schlägt in die selbe Kerbe. „Stay“ wartet dann mit etwas kräftigeren Riffs auf, bietet dafür aber mit langsamen Passagen solide Abwechslung. „Without Your Love“ ist dann die erste Ballade des Albums und dieser hervorragende Song geht nicht mehr aus den Ohren! „Another Day“ fetzt anschliessend rifflastig um die Ohren, ehe mit „Can’t Wait On Love“ ein stampfender Rocker mit einem himmlischen Chorus aus den Boxen brettert! Pfoah, so muss Melodic Rock klingen! „Give In To Me“ hat ein etwas gedrosselteres Tempo, aber wieder Riffs voll Saft und Kraft und einmal mehr Melodien zum Dahinschmelzen! Mit „Together“ erwartet den Hörer dann eine feine Midtempo-Ballade, die wohl Bon Jovi auch gerne geschrieben hätte. „Don’t Walk Away“ begeistert wieder mal mit feinstem Songwriting und hätte auch auf jedes beliebige Street Talk-Album gepasst! Dann wieder eine Ballade wie aus dem Lehrbuch, unspektakulär vielleicht, aus dem vorigen Jahrhundert vielleicht, aber saugut gemacht: „All For Love“ bietet alles, was das Ohr des Melodic Rock-Fans gerne hören möchte und gefällt einfach von vorne bis hinten. „I Want Your Love“ beschliesst diese Album, – ein Midtempo-Song, der einfach nur geil ist! Irgendwie schade, wenn die CD fertig gehört ist, man hätte gerne mehr davon… Einfach nochmal „play“ drücken! 🙂

Fazit: 10 von 10 Punkten! Die griechische Band braucht sich absolut nicht vor internationalen Grössen zu verstecken, hat ein Album ohne Füller abgeliefert, wo einfach alles passt: tolle Leadstimme, kraftvolle Chöre bei Refrains, die man so schnell nicht vergisst und punkto Songwriting habens die Jungs sowieso drauf! Weiters ist alles sauber eingespielt, kraftvolle Riffs, druckvolle Rhythmsection, ideenreiche Keyboards, Gitarrensolos vom Feinsten und der Gesamtsound weiss auch mehr als zu beeindrucken! Well done, Wild Rose!

HoustonRelaunchIIHOUSTON – „Relaunch II“ (Livewire/Cargo Records / Rock’n’Growl Promotion)

Die Schweden mit dem Namen einer amerikanischen Stadt haben sich schon auf „Relaunch“ einiger Rockklassiker angenommen und diese mehr als gekonnt neu interpretiert. Auch auf dem soeben erschienenen Album „Relaunch II“ haben sie wieder einigen Klassikern ihren Stempel aufgedrückt und zusätzlich eigenes Material komponiert und aufgenommen. Los gehts mit „Justice For One“, im Original von John Farnham, danach folgt der John O’Banion-Song „Love Is Blind“, ehe sie den One Republic-Hit „Counting Stars“ in ein neues Soundkleid stecken. Alle drei Songs haben sie gekonnt zu neuem Leben erweckt und sie „melodic rock-ifiziert“. Dann folgt mit Rick Springfield’s „Souls“ das erste Highlight: Houston haben den Song wirklich geil gespielt und mir gefällt diese Version sogar besser als das Original, – und das will was heissen! Mit „Don’t Look Back“ kommt der erste Song made by Houston und der braucht sich auch nicht zu verstecken! Etwas seltsam ist das Cover von Florida Georgia Line, „Cruise“, welches mit Country-Anleihen und rockigen Gitarren dann doch eher nach „Bon Jovi für Arme“ klingt. Naja… Auch gewöhnungsbedürftig: ihre Neuinterpretation des Lady Gaga-Songs „Do What You Want“. War sicher als Gag gedacht, ist aber gaga… Und gerade als ich mir denke, ich hör mir das jetzt nicht mehr weiter an, schiessen sie drei eigene Songs nach: „Our Love“, „Downtown“ und „Standing On The Moon“. Yep! That’s it – die Jungs sollten einfach aufhören, diverse Songs anderer Künstler nachzuspielen, weil die eigenen Songs einfach um Klassen besser sind! War diese Idee der Neuversionen auf „Relaunch“ noch mit dem vielzitierten „Wow-Effekt“ beseelt, so klingen einige Coverversionen auf „Relaunch II“ doch schwer an den Haaren – äh, – Gitarrensaiten herbeigezogen…

Fazit: 7 von 10 Punkten! Auf dieses Album haben Houston-Fans und Melodic Rock-Freaks sicher schon sehnsüchtig gewartet und sie werden grundsätzlich auch nicht enttäuscht, obwohl die eine oder andere Cover-Version schwer schwächelt. Hätten die Schweden doch lieber mehr eigene Songs gemacht! Houston ist dennoch eine Band, die ihren Weg machen wird und bald in einem Atemzug mit AOR-/Melodic Rock-Legenden genannt werden wird, aber auf diesem Album sind einige Songs drauf, die man sich hätte sparen können.

Ten-AlbionTEN – „Albion“ (Rocktopia Records / Rock’n’Growl Promotion)

Wo Gary Hughes drauf steht, ist Qualität drinnen! Das gilt für all die Projekte, in die der umtriebige Brite involviert ist, und erst recht für seine eigene Band Ten, die seit 1995 beständig erstklassige Hard Rock-Alben ablieferte. Das waren bisher immerhin 10 Studio-Alben, 2 Compilations und ein Live-Album! Am 21. November 2014 erscheint nun das neue, mittlerweile 11. Studio-Album „Albion“. Das neue Werk ist als erster Teil eines zweiteiligen Konzepts, das nächste Album folgt dann Mitte 2015, gedacht. Aber zurück zu „Albion“: der Albumtitel lässt vermuten, dass Hughes mit seiner – jüngst um gleich 2 Gitarristen aufgestockten – Mannschaft auf diesem und dem 2015 kommenden Album die Buch-Trilogie „The Song Of Albion“ quasi vertont hat. Auch die Songtitel und Texte lassen darauf schliessen, eine offizielle Erklärung dazu gibt es allerdings (noch) nicht. Nun, musikalisch lassen die Mannen aus Britannien nix anbrennen, musikhandwerklich ist das alles wirklich erste Sahne. Allein schon die ausgeklügelten Arrangements sind absolut hörenswert und erweitern den musikalischen Hard Rock-Radius der Band um einen Haufen progressiver Spielwiesen. Doch niemals wird etwas verkompliziert oder gar endlos lang zu Tode gespielt, es bleibt alles am Punkt. Hughes weiss, was er tut und er hat ja auch schon bei zahlreichen Produktionen für andere namhafte Künstler bewiesen, dass er ein feines Gespür für Melodien und Hooklines hat und vor allem seinen Ohren trauen kann, denn punkto Sound gibts nämlich auch nix zu meckern! Dass der gute Gary Hughes göttlich singt, muss man ja mittlerweile auch nimmer gross erwähnen, oder? Na eben. 

Fazit: 9 von 10 Punkten! Das Album ist in Hard Rock-Kreisen ein heisser Anwärter auf den Titel „Album des Jahres“. Hierauf stimmt wirklich fast alles und wären nicht ein paar Songs, die sich ein wenig „ziehen wie ein Strudelteig“, hätte es glatt die Höchstnote gegeben. Bleibt abzuwarten, wie die „Albion“-Saga auf dem nächsten Album weitergeht. Aber allein schon vorliegendes Album darf in keiner Sammlung fehlen und macht schon Vorfreude auf den 2. Teil.

Tracklist: „Alone In The Dark Tonight“ ∼ „Battlefield“ ∼ „It’s Alive“ ∼ „Albion Born“ ∼ „Sometimes Love Takes The Long Way Home“ ∼ „A Smuggler’s Tale“ ∼ „It Ends This Day“ ∼ „Die For Me“ ∼ „Gioco D’Amoure“ ∼ „Wild Horses“ 

Reviews by Tom Proll majortom@she-wolf.eu


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