Review: SILENT CALL – „Truth’s Redemption“ (Melodic Progressive Metal)

SILENT CALL wurden von Daniel Ekholm und Patrik Törnblom im Jahr 2006 in Schweden gegründet. Von Beginn an dabei: Drummer Mikael Kvist, Bassist Tobbe Moen, Sänger Andi Kravljaca und eben Gitarrist Ekholm sowie Keyboarder Törnblom. Die Band vereinigt in ihrem Sound Progressiv Rock und Progressiv-Elemente und veröffentlichte neben einem Demo („Divided“ aus dem Jahre 2007) die 2 Longplayer „Creations From A Chosen Path“ (2008) und „Creed“ (2010). Mit „Truth’s Redemption“ legen Silent Call nun ihre dritte Langrille nach und um diese geht es auch in diesem Review.

10537116_10152471675294807_5485858989093251624_n-2Ein Ensemble aus Streichersynths, die von theatralischen Klängen und Chor-Sphären untermalt werden, eröffnet das „Intro“, das nahtlos in das geballte und energische „Nightmare“ übergeht und was hier geboten wird, ist der Hammer. Ein Ensemble aus starken und messerscharf gespielten Metal-Gitarren, wummernden Bässen, straighten Drums und perfekt in das Arrangement eingebettete Keyboards. So lasse ich mir eine Progressive-Produktion gefallen! Die Band besticht neben der kantigen Härte in Sachen Rhythmusgitarren und Drums, auch durch die Wahl mit Andi Kravljaca als helltönigen Lead-Sänger, selbst die Gitarrensoli passen perfekt und so wirkt das Album von Anbeginn wie aus einem Guss, aber nicht künstlich oder plastisch. „Evermore“ eröffnet mit einem schönen Pianospiel, auf folge dessen sich eine bombastische Klangbühne im Hörraum aufbaut. Die Nummer weist sowohl ruhige, super eingesetzte als auch starke Heavy-Elemente auf, die auf der Anlage so richtig zur Geltung kommen und keine Wünsche offen lassen. Die Mid-Tempo Nummer bildet eine geniale Mischung aus balladesken und Metal-Elementen. Die leidenschaftlich gespielten Gitarrensolos sind mal wieder ein Blindtreffer ins Schwarze. Das weiß zu überzeugen und rockt das Brett weg. Düstere Synthesizer Flächen, begleitet von einem soliden Gitarrensolo, eröffnen „First To Know“, das nach kurzer darauf zum gestandenen Mid-Tempo-Rocker mutiert. Was hier erschaffen wurde, ist ein Mitsing-Garant, bei dem auf gesangliche Choreinlagen gesetzt wurde. Der Song erfährt nochmal eine Temposteigerung und so funktioniert das Ganze stufenweise. Piano-Elemente und Synthesizer, kombiniert mit brachialem Metal, der sich nicht verstecken braucht. Das geht ab!

Mystisch, dunkel und bedrohend leitet „Erasing The Sky“ ein. Hier werden schwermütige Metal Strom- und Bassgitarren mit leichten Synths verschmolzen, die das Ganze unvergesslich machen. Sie (die Synthesizer) sind nur leicht vorhanden, geben dem Song aber das gewisse Etwas. Und dieses gewisse Etwas wird auch durch die kurzen Streicher-Elemente aufgerundet. Von der abermals fabelhaften Gitarrensolo-Arbeit mal ganz zu schweigen. „Erasing The Sky“ ist sehr theatralisch und wirkt wie ein Metal-Theater im Wohnzimmer. „These Four Walls“ versprüht sofort eine Energie aus rasierklingenscharfen Gitarren, wie auch aus düsteren Piano- und Streicherklängen. Im Versteil ist die Nummer tatsächlich sehr ruhig gehalten. Der Refrain geht wieder ins Ohr, hier werden meine Boxen richtig durchgeprügelt, denn Double Bass-Drums sind hier inklusive. „Alive“ erweckt eure Boxen zu Leben, denn hier kommt eine kraftvolle Nummer zum Vorschein, die sehr viel Biss hat. Dass die Musiker einen fabelhaften Job machen, das Arrangement ausgewogen ist und Genialität versprüht, muss ich wohl nicht mehr erwähnen oder? Denn das haben sie bisher super unter Beweis gestellt und das scheint sich hier auch noch zu steigern. Das selbige gilt übrigens auch für das ruhig einleitende und schnell in Fahrt kommende „All Of Us“. Auch hier gibt es nichts zu beanstanden. Ein geiler Text, wie immer kraftvoller Gesang, ein tolles Sounddesign und Arrangement, machen die Nummer zu einem unvergesslichem audiophilen Erlebnis.

Ein schönes Pianospiel, öffnet die fast schon als progressive Power-Metal-Ballade zu bezeichnende Nummer „A Better Life“. Die Streicher sind übrigens abermals im Arrangement eingebettet. Ist diese Powerrock-Ballade stellenweise ruhig, wird sie zum langsamen Rocker im Refrain. Und das weiss zu überzeugen. Die Nummer steigert sich quasi. Zwar kehren spätestens ab dem Gitarrensolo für einen kurzen Moment die ruhigen Passagen zurück, dennoch ist diese Nummer ein Hit, der sich trotz des langsamen Tempos nicht vor den anderen Nummern verstecken braucht. Top! Theatralisch, energisch und stark bricht „The Kingdom’s Fall“ über den Hörer ein. Die brachiale Nummer beweist schon wieder Hit-Potential und kann voll und ganz punkten. Das Arrangement lässt Metalfan-Herzen höher schlagen… Wie immer: auf Top-Niveau und Headbang-Garantie inklusive. Was auch für das nachfolgende Stück „World On Fire“ gilt. Die Nummer poltert ordentlich aus den Boxen und hat einen Mitsing-Refrain erster Klasse! Die Band versteht es, Hymnen zu schreiben. Weder Sänger, noch Keyboard, noch Drummer und schon gar nicht Gitarrist und Bassist lassen Wünsche offen. Das geht ab! „Our Last Goodbye“ begleitet zu Beginn Heavy-Gitarren mit Akustik-Gitarren und wunderschönen Pianoklängen. Noch einmal wurde eine kraftvolle Nummer abgeliefert, die hier jedoch eher den Charakter einer schönen Ballade hat. Streicher, cleane Gitarren und Pianos dominieren das Klangbild. Zwar ist dies hier nicht wirklich Metal, aber es gibt der Platte einen gelungenen, balladesken, – ja wunderschönen Ausstieg. Der Text ist darüberhinaus sehr tiefgründig.

Fazit: 10 von 10 Punkten. Ein starkes Progressive Metal-Album mit melodiösem Flair und ausgewogenen, sehr kreativen Arrangements wird dem Hörer hier geboten. Silent Call erschaffen wahre Kunst und das hört man von der ersten bis zur letzten Sekunde. Metalfans kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Der Sound ist eine Mischung aus old-schooligem 80er Jahre-Metal und neumodischer Art und wird sicher Jung und Alt begeistern. Metalfans KAUFEN! – Prog-Metal / Rock Fans – UNBEDINGT KAUFEN – TOP! – TIPP!

Review von Philipp – Philipp@she-wolf.eu


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