Review: GARDEN OF GRIEF – „Endstation“ (Black Metal)

Garden Of Grief ist das Black Metal-Projekt von Boronian Sturmfels. Seit nun mehr sechs Jahren treibt G.O.G. sein „Unwesen“ im österreichischen Black Metal-Untergrund. In dieser Zeit konnte Garden Of Grief bereits 4 Alben veröffentlichen. „Endstation“ ist das nunmehr 5. Studioalbum von Garden Of Grief und eins kann ich euch vorab versprechen: Garden Of Grief steht für soliden, handgemachten Black Metal!

ENDSTATIONCOVER_FINALEin düsteres Grollen aus der Hölle, eine beklemmende Atmosphäre und Sirenengejaule gepaart mit düsteren Gitarren, so bricht Garden Of Grief anno 2014 in die Schlacht des Black Metal-Krieges auf. Nun beschert uns Boronian Sturmfels sein nunmehr fünftes Studioalbum das sich gewaschen hat und Black Metal in bester Form von sich gibt und das merkt man schon beim Opener „Initial Command“. Garden Of Grief liefern hier ein Gewitter aus geilen Melodien, hammerharten Gitarren, düsteren BM-Gesängen und wirklich göttlichen Melodien ab. Die Nummer wirkt fast schon wie Melodic Black Metal und mutiert zum Banger. Hier bleibt kein Auge trocken! Effekte einer abfahrenden Dampflok und melancholische Akustikgitarren bilden den interessanten Einstieg zu „Aufbruch: Anfang vom Ende“. Spätestens hier wird klar, dass das Album in „Kapitel“ gesplittet wurde. Das Gitarrenspiel fesselt einem und man kann ganz sicher sagen, dass „Aufbruch“ keineswegs ein Filler oder gar als Intro zu sehen ist, dazu hat es trotz der minimalen Instrumentalisierung zuviel an Stärke. Doch man sollte sich nicht zu sehr von den meisterhaft gespielten Akustikgitarren in eine sanfte Stimmung versetzen lassen, denn das 20-minütige „End Of The Line“ haut wieder mächtig in die Black Metal-Fraktion. Schwermütige Drums, düstere Gitarren und wummernde Bässe bieten uns Garden Of Grief bei dieser Nummer, der eine ordentliche Portion Melodiösität beigemischt wurde. Der einzige Kritikpunkt ist – und das gilt auch nur bedingt – der Hall-lastige, in den Hintergrund gemischte Gesang. Gitarren und Bass liegen ganz klar vorne. Für mich hört es sich so an, als würde Boronian Sturmfels hier aus der Ferne wie am Spieß um sein Leben schreien und dieser Effekt gelingt auf eine geniale Art und Weise. In seinen 20 Minuten Spielzeit wird der Song keinesfalls langweilig. Die Gitarrensolos und Riffs sind der Wahnsinn! Der Hammer, – geil auch die Wahl der Effekte! Das bockt wie Sau! „All Out!“  eine brachiale Black Metal-Nummer, die ihres gleichen sucht. Drums wie Maschinengewehre, geile Gitarren und wummernde Bässe begleiten den ebenfalls makellosen Gesang von Sturmfels‘. Dieser braucht sich vor den Grossen dieses Genres übrigens auch nicht einmal in dieser Hinsicht zu verstecken, denn auch wenn der Gesang etwas leiser gemischt ist, haut die Nummer richtig aufs Maul und kann voll und ganz treffen! Black Metal hard as fuck! „Endlösung Vernichtungskrieg“ bahnt sich seinen Weg aus den Boxen und tut dies mit Hilfe von Akustikgitarren, schwermütigen, halbelektronischen Drums und einer düsteren Sphärenuntermalung, die wirklich ausdrucksstark daherkommen. Düster in der Spielart, würde ich dieses Werk jedoch fast als Mischung aus Black Metal und Industrial bezeichnen. Die Akustikgitarren, welche auf diesem, wie auch auf „Aufbruch“ vollständig instrumental gespielten Stück gezupft werden, sind von Güteklasse „A“. Boronian Sturmfels ist ein echter Meister in Sachen Gitarren-Spiel und beweist ausdrucksstark, dass er dies auch in seichteren Klanggefilden kann. „Genocide Crescendo“ lässt den Black Metal-Sturm im Garten der Trauer richtig wüten. Ultraschnelle Double Bass-Drums, kombiniert mit blitzschnellen Gitarrenriffs und glänzendem Gesang entsteigen aus der Hölle empor. Der Text des Titels ist trotz des portugiesischen Songtitels auf deutscher Sprache gesungen. Drums, Bass und Rhythmusgitarren hauen richtig was weg. Lead-Gitarren zeigen Garden Of Grief in Top-Form! Inmitten des Songs ändert sich der Takt und die Nummer schwingt um. Das weiss zu überzeugen, da es irgendwie fast schon unerwartet kommt. Hier wird ein kleines Stück genialstem Black Metal abgeliefert. Hier kann man Boronian Sturmfels auch mal klar singen hören, was sehr gut rüber kommt und der Nummer, die ohnehin schon hell im dunklen Black-Metal-Wald leuchtet, nochmal ein wenig heller erglänzen lässt. Ein letztes Mal begrüssen uns die Akustikgitarren auf „Endstation“ mit dem letzten Werk „Aschewind“. Auch diese Nummer ist durchaus gelungen und stimmt mich beim hören fast schon nachdenklich. Die Nummer ist sehr gefühlvoll gespielt und bildet einen gelungenen Kontrast zu den harten und grenzgenialen Black Metal-Stücken, die Garden Of Grief auf diesem Album wie gewohnt genial umgesetzt hat. Dieses meisterhafte Spiel schliesst die Platte. 

Sturmfels hat zu diesem Werk eine Crowdfunding-Kampagne bei „IndieGogo“ gestartet, die es ermöglichen soll, das Album adäquat zu veröffentlichen. Ich geb euch mal einen freundschaftlichen Rat: wer auf guten, soliden und ehrlichen Black Metal steht, der sollte mal hier vorbei schauen und Garden Of Grief bei der Veröffentlichung des Werkes unterstützen!

Fazit: 9,5 von 10 Punkten. Garden Of Grief gehört zu den Projekten, die von Album zu Album immer stärker werden. Hier wurde ein Black Metal-Album abgeliefert, das keine Wünsche offen lässt und euer schwarzes Herz noch dünkler schlagen lässt. „Endstation“ ist ein kräftiger Schlag in die Magengrube und wenn du den nicht abkannst, dann hört lieber Varg. Für jeden, der auf ehrlichen, Herzblut-getränkten und Energie-geladenen Black Metal steht, ist „Endstation“ ans tiefschwarze Herz zu legen! Pflichtkauf!

Review von Philipp – Philipp@she-wolf.eu

 Weblinks:

Garden of Grief – Official
Garden of Grief @ Facebook


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