Review: ENEMY I – Dysphoria (Industrial Metal & Gothic Metal) TIPP DER REDAKTION!

Freunde des Industrial Metal werden mit den Newcomern ENEMY I ihre wahre Freude haben. Soviel sei euch schonmal im ersten Satz verraten: Die aus Berlin stammenden Goth Metaller, kidnappen den Hörer auf ihrem dreizehn Titel starken Debütalbum Dysphoria auf einen Seelentrip in die Tiefen des Industrial Metal und die Weiten des Goth Metal. Im Jahr 2014 gegründet, veröffentlichten ENEMY I, bestehend aus Sänger und Texter Rob DeVille, Schlagzeuger Alex Swienty, dem Gitarristen-Duo Marco Neujahr & Jay Agana, and last but not least Basser Arthur Antagonist, – bereits Anfang 2014, ihre Debüt-EP ANYWHERE BUT HERE. Höchste Eisenbahn also für einen ersten Longplayer und der hat es in sich!

Auch wenn hier bereits vorweg gesagt wurde, Gothic & Industrial Fans werden ENEMY I lieben, sei dem Leser der stetig auf der Suche nach neuen Schätzchen für die Playlist ist, eine genaue Analyse der Musik nicht vorenthalten. Wie gewohnt, tut der Rezensent dies in chronologischer Reihenfolge. Der Opener Don’t Trust macht den Anfang und überrascht mit einem ordentlichen Heavy Bass, Genretypischen Synth-effekten, tiefen Rhythmusgitarren und einem Schlagzeug wie aus einem Guss. Im mittleren Geschwndigkeitsbereich gehalten, legen ENEMY I hier einen Lichterloh zündenden Start hin, der sich gewaschen hat. Die Berliner Truppe überlässt nichts dem Zufall und greift hier auf auf interessante Gitarren- und Bassriffs zurück. Lyrisch gesehen, handelt es sich auch um starke Kost und während ich hier kontinuierlich die Hervorragende musikalische Leistung von ENEMY I lobe, möchte ich jetzt mal näher auf Sänger Rob DeVille eingehen. Der Mann ist wie gemacht für die Instrumentalisierung und auch er, zeigt seine Vielseitigkeit an. So singt der ENEMY I Frontmann mal energisch mit seiner tiefen, aber dennoch angenehmen Klarstimme, oder mal im aggrresiven Growling. 

Mit Twinsight, geht es in die zweite Runde auf ENEMY I’s Debüt. Dieser Titel ist abermals ein Zeugnis für die Selbstsicherheit, die ENEMY I rüberbringen. Die Band wirkt nicht angespannt, sie weiß genau wohin die Reise geht und dieser Trip ist unfassbar geil. Mit nicht zu dominanten, aber dennoch essenziellen, elektronischen Elementen aus dem Synthesizer, den Bandtypischen düsteren, Disto. Gitarren und Rob DeVilles tiefem Klargesang, wird hier eine weitere Nummer aus den Boxen geschleudert, welche schon beim ersten Hören sofort überzeugen kann und im Gedächtnis hängen bleibt. Mit schönem Klargesang, sind Deville im Refrain ,,Can’t you See, that it’s you, who is me, Can’t You See, that It’s Me, who is You“. Diese Nummer packt den geneigten Hörer auf Anhieb und geht nicht mehr so schnell aus dem Ohr. In seiner Mitte, überrascht der Song mit düsteren Keyboards, ruhigen, mehrstimmigen Gitarrenriffs, einem fetten Bass und der für ENEMY I scheinbar typischer Perfektion. Oh Ja Perfektionismus, den schreibe ich den Berlinern mit Siegel, Stempel und Unterschrift zu. Die Gitarrensolos, die ENEMY I in ihre Songs einbauen, veredeln die unglaublich kraftvollen und scheinbar sorgfältig durchdachten Nummern noch mehr. Den nächsten Kampf Käfig der ruhigeren Klänge, können ENEMY I auch tadellos bestehen: The Cage beginnt mit nichts anderem als einem unterwassereffekt und schwermütigen Akustikgitarren und lässt somit die durchaus auch in ruhigen, romantischen Belangen, schöne Stimme von Deville zunächst am düsteren Firmament erstrahlen. Der Klanghorizont wird wie durch ein goldenes Brett zwischendurch von der gewohnten Brachialität und den harten Goth Metalklängen unterbrochen. Man muss sich dies in etwa so vorstellen: Beim Lauschen läuft man schnell Gefahr in Gedanken abzudriften und wird jedoch durch das düstere, melodische Heavy Gerüst schneller wieder wachgeschleudert, wie man denkt. Neben einem schönen ruhigen Gesang, der in dem Heavypart des Stücks dann in Deville’s typischen düsteren – schaurig Gesang umwandelt, bekommen wir hier in Sekunden kurzer Manier auch seine Gesanglichen Fähigkeiten bei den Growls zu spüren. Getoppt wird das ganze dann nur noch durch das traumhaft schöne Gitarrensolo, das mit fabelhaften – liebevollen Keyboards untermalt wird. Schöne Melodien schreiben ENEMY I in jeder Hinsicht. Manchmal kommen sie eben zusammen. Diese Bands, die einfach zusammengehören. Und so eine sind die Berliner ENEMY I

Mancher eins wird sich wohl fragen, was sich ENEMY I. bei S-A-R-B gedacht haben. Der zunächst leicht psychotisch – apathisch wirkende Track ist jedoch rückwärts abgespielt. Wer bis jetzt noch nicht Neugierig geworden ist, der sollte sich das Album aber ab jetzt geben, denn was wirklich auf diesem reversed Track zu hören ist, könnte interessant werden. Vielleicht eine Hommage an die bösen bösen Verschwörungstheoretiker, das Goth und Metalbands bescheinigen, satanische Botschaften auf ihren Platten zu verstecken, na wer weiß? 😉 😀 

Auf Placebo God, geht es dafür aber wieder mächtig einher. Der Goth Metaller eröffnet mit einem dreiviertel-gepolter und den Enemy-I typischen energischen und meisterhaften Gitarren und Drums. Bei dem düsteren Sprech-Keif-Gesang, stellen sich mir die Nackenhaare. Dieses Element baut zusammen mit der gewohnt perfekten Instrumentalisierung eine Stimmung auf, die ihres Gleichen sucht. Jedoch muss ich ENEMY I hier etwas „kritisieren“. Placebo God ist kein schlechter Track, aber verglichen mit den vorherigen Songs, gerät er ein wenig ins Wanken und hat für mein subjektives Befinden die Qualitäten zur „B-Seite“, wenn ihr versteht was ich meine. Im Anschluss erhaltet ihr dann auch noch Besuch von einer liebreizenden Dame. Miss Sex. Der Track wird zu Beginn durch gekonnte Synthesizer eröffnet und leitet mit einem elektronischen Drumbeat ein. Im Mid-Tempo gehalten, wirkt er fast wie eine unveröffentlichte Nummer von Marylin Manson. Ich kann nicht aufhören mit meinen Anspielungen, aber wolltet ihr schonmal Alpträume von einer Domina haben? Dann hört diesen Track in Endlosschleife. Der Song ist klasse, aber seine Stimmung, die zum Kopfnicken verführt, könnte euer Unterbewusstsein beeinflussen. Abspielen auf eigene Gefahr! Zur gewohnten alten Stärke, kommen ENEMY I zu dem echt geilen Goth Rocker Without. Undue. Delay. In diesem Song beschreibt Frontmann Rob DeVille wohl eine Beziehungskrise. Gitarristen und Bassisten, sowie Drumer, beweisen ebenso wie Frontmann ihr Talent und das ist mit jeder Sekunde spürbar. Der Song fetzt wie Sau. Elektronische Synthesizer, die „far outta Space“ klingen, läuten die Schlacht, die  Enemy I auf A Battlefield bereit sind auszutragen gekonnt ein und setzen zusammen mit dem hier ruhigen Gesang des Sängers, ein bedrohliches Szenario in Bewegung, zudem Bass und Gitarre schleichend, aber schwermütig hinzugemischt werden. Auf Sieben Minuten gestreckt, wirkt der Song zunächst minimal und macht Mühe das Hören durchzuhalten. Ab den letzten beiden Minuten, wird dies aber durch ein weiteres geniales Gitarrensolo, entweder von Jay Agana oder Marco Neujahr belohnt.

Auf Titel Nummer 9, der auf den Namen Some Exist getauft wurde, kommt ein liebevolles Klavier auf düstere Keyboardsphären zum Einsatz und zeigen erneut die ruhige musikalische Seite von ENEMY I. Eine kurze, depressive Gesangseinlage begleitet diese basischen Elemente, die ab knapp einandhalb Minuten von Schlagzeug, dem typischen, kraftvollen, treibenden Bass unterlegt werden und langsam ein schönes Klangbild aufbauen. Lyrisch und auch musikalisch, sowie stimmlich, verführen ENEMY I auch auf dieser Nummer wieder zum Abdriften in die eigene Gedankenwelt und erschaffen einen Track, auf den sich der Hörer einlassen muss. Einfach mal so nebenbei hören, ist hier nicht. Nach Vier Minuten und Dreizehn Sekunden, setzt die brutale Stromgitarre ein und entfesselt den Typischen Metalanteil in ENEMY I’s musikalischer Rezeptmischung. Eine Bittersüße Erfahrung dieser Titel, der ebenso überzeugen kann, wie beinahe alle bisherigen Nummern auf Dysphoria. Sei hier noch angefügt, dass auch hier wieder das Gitarrensolo, zwar leidenschaftlich und Simpel aber dennoch effektiv zu den abschließenden beiden Minuten des Titels passt. 

Mit symphonischen Klangewand aus Cello und Violine begrüßt euch Heartbeat Decline und wird unmittelbar zum abartig geilen Industrial Metal Alptraum für jeden, der jetzt geglaubt hat, es handele sich um eine art „Bitter-sweet-symphony“ . Ähm Okay das könnte man vielleicht wirklich so unterschreiben, wenn man ehrlich sein möchte. Aber der flotte Stampfer ist mal wieder Qualität alá ENEMY I. Auch hier kann man sowohl den Gitarristen, Fronter, Bassist und Drummer nur für die gelungene Qualität des Tracks gratulieren. Einfach ein echt geiler Goth-Industrial-Cyber-Metal Breaker, der zum Crashkurs verführt. Eine verdammt gute Truppe, diese ENEMY I und im Zwischenfazit echt jedem Industrial Metal Fan zu empfehlen. Im Kontrast zur vorherigen Nummer, ist Our Demise mit akustischen Gitarren und einem von Anfang an mittleren Tempo und klarem Gesang das krasse Gegenstück zur vorherigen Nummer. Auch dieser Song versprüht sehr viel Gefühl und musikalische Perfektion. Ich würde ihn fast schon als etwas kommerziell bezeichnen, was aber nichts schlechtes heißen muss und im Falle von ENEMY I aber schonmal gar nicht! Auch Final Cut bietet als vorletzten Track auf der Platte schaurig schönen, dumpfen Industrial- bzw. Gothicmetal, der ordentlich wegballert. Natürlich gibt es auch hier wieder den typischen ruhigen Part mit einem Sprechgesang bei dem es kurz und bündig gesagt um eiskalte Rache zu gehen scheint. Natürlich sind auch hier wieder die besten Zutaten in den Brei gemischt worden und wie auch an anderer Stelle, ist dies ein Track, der die volle Aufmerksamkeit des Hörers abverlangt. Nach diesen Sechs Minuten kommen wir dann schlußendlich zum finalen Streich auf der Debütplatte von den Gothic Metallern ENEMY I. Und dieser finale Streich trägt den Namen Spell Cast. Enemy I holen zum letzten mal auf Dysphoria ihr bestes raus und diese Rechnung geht auch in diesem Falle, voll und ganz auf. Wer hier jedoch jetzt reinen Metal erwartet, der muss gedämpft werden, denn der Track erinnert eher an eine Melodie aus dem Abspann eines Horrorfilms. Schöner Gesang auf elektronischen Beats, die hier und dort nochmal von verzerrten Gitarren begleitet werden. Das Arrangement ist aber sorgfältig und wunderschön und somit komme ich auch zu meinem – 

Fazit: 9 von 10. Industrial Metalfans und Gothicfans, werden ihre Freude mit ENEMY I haben und sollten sich diese Scheibe mal geben. Im Pressekit wird die Formation um Sänger Rob DeVille mit Katatonia, Lost Paradise und Zeromancer verglichen. Dem kann ich nur zustimmen. Wer jetzt aber denkt, dass es sich bei ENEMY I um einen billigen Abklatsch handelt, sollte nicht zu schnell Urteilen, dann das Prädikat: Original und sollte man Gehört haben, ist ihnen hiermit sicher. – Top!

Review von Philipp – Philipp@she-wolf.eu

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