Review: ECHO US – „II:XII, A Priorie Memoriaé“ (Progressive Rock) – REDAKTIONS-TIPP!

ECHO US ist das Projekt von Ethan Matthews, das sich musikalisch im progressiven Rock bewegt und durch eine hervorragende musikalische Umsetzung glänzt. Eins steht schon beim ersten durchhören fest: ein solches Meisterwerk ist selbst „Mike Old-Field“ lange nicht gelungen und trotz neumodischer, digitaler Aufnahmetechnik kann man das Album getrost als Meisterwerk des Progressive Rock bezeichnen. 

Dass Echo Us‘ „A Priorie Memoriaé“ nichts für den ausschließlichen Heavy-Fan ist, sollte nach diesem Trailer eigentlich klar sein. Doch kristallisiert sich schon beim Opener „Versitage“ heraus, dass es sich hierbei um ein kleines Meisterwerk handelt. Die Platte eröffnet mit einem Fade-In, einer hypnotischen, in einer Halle befindlichen Männerstimme, die kurze Zeit später von fabelhaften Pianoeinlagen begleitet wird. Die Vielfalt der Instrumente und des eingesetzten Sounddesigns, spricht für sich. Hier wurde ein Meisterwerk erschaffen, das durch seine Effekte eine atemberaubende Klangbühne aufbaut. Die Nummer ist energisch, zugleich aber auch sehr ruhig und geht nahtlos in das zweite Stück „Exordium (Apologue)“ über, welches mit einem brachialen Klangbild aufwartet. Chorgesänge werden von eindrucksvollen Gitarren, sphärischen Keyboards und bombastischen Drums begleitet. Das Ethan Matthews neben meisterhafter musikalischer Umsetzung auch das singen durchaus drauf hat, beweist er auch auf dieser eindrucksstarken Nummer, die auf einer vernünftigen Anlage klingt, als würde die Musik sich im Raum aufbauen und einem umgeben. Die geilen Gitarrensolos sind angesichts der fabelhaften musikalischen Untermalung fast schon nicht mehr der Rede wert, sie bilden tatsächlich nur noch das Sahnehäubchen auf diesem leckeren Ensemble aus akustischen Klängen, bombastischen Drums, sagenhaften Melodien und super produzierten, theatralischen Effekten! Mike Oldfield könnte es nicht besser machen! Trotz des durchaus verdienten Prädikats „Progressive Rock“, würde ich diese Nummer fast sogar schon als psychedelisch bezeichnen. Bombast-Rock in seiner absoluten Güte! Die Nummer verliert sich fast in einer Virtuosität aus Gitarrenriffs und astrein eingesetzten Effekten. Ethan Matthews versteht es, den richtigen Nerv zu treffen und den richtigen Sound zu finden und so ist auch diese Nummer ein echtes Meisterwerk, die ihres gleichen sucht.

Auch Stimmungschwankungen beherrscht das Projekt Echo Us, so schlägt ab der 9. Minute plötzlich für kurze Zeit das Klangbild in eine etwas düstere, bedrohliche Atmosphäre echous_apriorimemoraeum und ein tiefer Tenorgesang wird eingesetzt, dies ist jedoch von kurzer Dauer und nach ein paar Sekunden, wandert Echo Us, d.h. Ethan Matthews, wieder durch eine Soundlandschaft aus verträumter, spielerischer Finesse und genialen Effekten. „Exordium“ hat mit seinen 11 Minuten Spielzeit die Fähigkeit, alles andere als langatmig zu werden und ehe man sich in dem geilen Track verliert, fragt man sich gegen Ende der Nummer nur eins: Was? Schon zu Ende? Achtet man jedoch nicht auf die Spieldauer, fällt einem das gar nicht auf, denn wie schon bei dem zweiten Titel, geht auch diese Nummer nahtlos in sich über und begrüßt mit einem kurzen „It’s Only You“ und mächtigem Gitarrensolo und einer Mega Klangbühne den Hörer. Die Nummer wirkt jedoch ein wenig so, als wäre sie nur ein „Filler“, aber auch das ist schlicht und ergreifend nicht zutreffend. Denn was hier geboten wird ist eine Kollage aus einer sagenhaften Instrumentierung und einem wunderbaren Konzept, das nahtlos in „Inventionen Memoriam (Chrysalis)“ übergeht. Ein wunderschönes Piano bildet den Einstieg und verschmilzt später mit einem wunderbaren Bass, Gitarren und minimalistischem Drum-Spiel. Die eingesetzten Streichersynthies sprechen auch für sich. Leidenschaftlich eingesetzte, verzerrte Lead-Gitarren, – dieses Stück baut sich erst auf und geht wieder einmal nahtlos in „Residuum (Remainder)“ über, somit war „Inventionen Memoriam (Chrysalis)“ eigentlich nur das Intro für „Residuum (Remainder)“. Drums mit Militärcharker und Frauenchöre kündigen das Nachfolgestück „Residuum (Remainder)“ an. Die Nummer versprüht eine Ruhe und wird jeden 8. Takt von einer verzerrten Gitarre begleitet, fast, als würde sich das „Unheil im Wunderland“ ankündigen. Kleiner Scherz am Rande, aber prinzipiell gesehen, und auf das Stück konzentriert, war das mein erster Gedanke. Ein cleanes Gitarrensolo ziert das gute Stücke. Ethan Matthews ist ein genialer Musiker, der seine Musik mit einer derartigen Selbstverständlichkeit umsetzt, dass man angesichts der Leidenschaft des Songs schon vermuten könnte, hier hat jemand Jahre gebraucht. Echo Us hat unglaublich viel an Talent, Herzblut und Energie zu bieten. Mystisch leitet „Nightlight“ ein. Das Stück offenbart sich zunächst als extrem seichte Nummer, bei dem die Akustikgitarre das Hauptelement darstellt. Der Song ist mit weiblichem Lead-Gesang gehalten und erinnert mich teilweise an diese Früh-Siebziger Bands. Zwar ist hier die Musik etwas minimalistischer gehalten und ein Bass dient nur der Betonung, jedoch machen dies die Streicher, Gitarren und die wunderbar eingesetzten Effekte wieder wett. Das Stück wirkt sehr psychedelisch, wenn nicht sogar mystisch. Eben so mystisch ist das überfliessende Stück „Memento“. Weibliche Gesänge, die „aus der Ferne kommen“, kombiniert mit einer leidenschaftlichen Musikcollage, die sich so kaum in Worte fassen lassen will, kombiniert mit einprägsamen Effekten, die dem Ganzen noch einen Biss verpassen. 

Beim Einsetzen von Titel Nummer 9, „Codicillus (From Far Away)“, muss ich ein wenig an Klosterfrau Melissengeist denken, denn der Frauenchor am Anfang hört sich tatsächlich so an. Diesem humoristischen Gedanken, folgt ein kleines Prog Rock-Meisterwerk, das Echo Us – und das überrascht mich mittlerweile nicht mehr – mal wieder in seinem vollen Potential erglänzen lässt. Ethan Matthews hat hier ein bombastisches, psychedelisches Stück erschaffen, das ein tragendes Grundgerüst inne hat und sich erst nach und nach aufbaut. Zwar verliert sich diese Nummer in spielerischer Experimentierfreudigkeit ein wenig, doch tut ihr dies keinen Abbruch. Der Gesang passt perfekt, die Bässe bilden eine treibende Kraft und lassen den mystischen Track zusammen mit den Drums nur so aus den Boxen schießen. Hier wurde ein Song abgeliefert, der trotz seiner Länge von immerhin knapp 10 Minuten niemals langweilig wird. Echo Us verstehen es, zwischen seichten und energischen Passagen perfekt abzuwechseln und vereinen Synthesizer mit Blasinstrumenten. Ich lache mich kurz sogar darüber kaputt, da urplötzlich der Song in eine fröhliche Gitarrenrock-Nummer umspringt. Es wirkt ein wenig so, als wurden hier verschiedene Ideen für einzelne Songs zusammen verarbeitet und das schafft Ethan Matthews meisterhaft umzusetzen. Alleine vom Sounddesign gesehen, ist die Platte (wie bis jetzt immer) auf Top-Niveau, was selbstverständlich auch für die tollen Melodien gilt, die hier geboten werden. Dies gilt auch für die jazzig-bluesigen Einlagen, die der Titel zu bieten hat. Mit seinen immerhin 9 Minuten und 52 Sekunden, wird der Song keineswegs zum Skipper! NEIN, er baut Spannung auf und behält diese tatsächlich auch bis zum Ende bei. Ein Ensemble aus Chorgesängen, verzerrten Gitarren, cleanen Gitarren und musikalisch grenzgenialer Umsetzung eben. Auf „Restitutendo (Where We Dream To Go)“ setzt Ethan Matthews zu Beginn, begleitend mit seiner Gitarre, seine schöne, rauchige Stimme ein. Im Refrain entpuppt sich die Nummer nochmal als Hinhörer, da dieser die Nummer als Duett erkennbar macht. Gitarrensolos sind (soll ich das noch erwähnen?) mal wieder das i-Tüpfcheln auf einem genialen Prog-Rock-Track, der seines gleichen sucht. Bombastisch sind auch die Drums bei diesem Song. Sie bilden eine einmalige, theatralische Klangbühne. Gitarrenvirtuose Ethan Matthews stellt hier abermals unter Beweis, dass er es schlichtweg drauf hat. Den psychedelischen Abschluss stellt „Viserteque“ dar. Die Nummer, welche den Beinamen „We Always Know“ trägt, zeigt Echo Us ein letztes mal in der gewohnten Top-Form. Sphärische, psychedelische Elemente, kombiniert mit brachialen Schlageffekten und verzerrten Lead-Gitarren. Wie der Soundtrack eines Hollywood-Films ist diese Nummer gemacht und das hat verdammt nochmal Charme. Verträumt und teilweise melancholisch, fröhlich und deprimierend liegen hier dicht beieinander. Das Arrangement ist (wie auf dem ganzen Album…) ein einziger Traum, was auch für die melodiöse Umsetzung und das Sounddesign gilt. Ein Review über dieses Album zu schreiben ist offen gesagt unfair, denn es gehört zu jenen Werken, die man sich anhören MUSS um zu verstehen, wie traumhaft genial das alles ist. Pianoklänge, kombiniert mit Synthesizern, Akustik-Gitarren – kombiniert mit Stromgitarren, Soundeffekte kombiniert mit geilen Synthesizern, wuchtige Drums, kombiniert mit majestätischem Chorgesang. 

 

Fazit: 10 von 10 Punkten. Was hier abgeliefert wurde, habe ich schon LANGE nicht mehr erlebt. Eine ultimativ progressive Rock-Scheibe, die selbst (zumindest die neueren) Mike Oldfield-Platten in den Schatten stellt. Ein Album zwischen Prog-Rock, Experimental und Psychedelic wird hier geboten. Für Fans von Pink Floyd, Mike Oldfield und in gewisser weise Fleetwood Mac ist dieses Werk einfach ein Zwangskauf! Los ich zwinge euch! Kauft es euch! Kinder der 70er, auch neue Rockfans: holt euch die Scheibe! So etwas Geniales habe ich lange nicht mehr gehört. Ich nehme mir die Arroganz feierlich heraus zu behaupten, dass jeder, der es Scheisse findet, keine Ahnung von Musik hat!

Review von Philipp – Philipp@she-wolf.eu 


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