Review: Die Dorks – Urlaub in Der BRD (Punkrock & Deutschpunk) (+Video)

VORWORT (Das ich unbedingt loswerden wollte)

Oh wie lieblich doch die Tatsache, dass sich der geehrte Rezensent erneut einem Werk aus einer der genialsten Punkschmieden Deutschlands annehmen darf. Ich muss hier zunächst ein wenig auf den Fakt eingehen, dass Liza Dork, Frontfrau von den Dorks mir nun zum zweiten Mal eine Scheibe der Punktruppe aus der Marktl am Inn zusendet. Du als Leser wirst dich jetzt Fragen, was hat das mit mir oder der Mucke zu tun? Ich sage, naja erstmal nichts. Außer, dass dies der ultimative Beweis dafür ist, dass Bands deine Arbeit Schätzen und das ist ein gottverdammtes Kompliment. 

Ey Etzatla aber zum Review: 

Widmen wir uns nun ausführlich der fünften Langspielscheibe von einer der herausragensten Punkbands: Die Dorks. Ideen haben die Punkrocker und ihre Frontfrau allemal. So wird das Intro bestechend mit Jamaikanische Musik, begleitet von Straßenbauarbeiten, Alarmsignalen und  mit einem Urkomischen Spoken Word Intro garniert. Ich bin offen gesagt aus dem Lachen nicht mehr rausgekommen. Naja ich sage mal so: Der Abschluss des Intros ,,Was ist das für eine armseelige Begrüßungsmusik gewesen? die nicht, das ich jetzt komme“, geht nahtlos in den Albumtitelgebende Opener Urlaub In Der BRD über. Und dieser hat es in sich. Die Dorks zeigen hier prompt ihren gewohnten Reichtum an Ideen. Mit einer Ukulele begrüßen euch die Punkrocker fast schon lebensfroh zur fünften Runde. Ein schönes Bassspiel und schon wieder kommt Sängerin Lizal mit ihrer an Nina Hagen erinnernde Gesangsstimme und singt, eine Einleitung des Songs, die Irrwitzig ist. Von der Verteufelung der typischen Urlaubsziele mancher Spießbürger, möchten die Dorks lieber Zuhause bleiben. Zwischen Asphalt und Beton und Maurer-Dekoletés. Ab der ersten Minute sage ich euch: Alle Regler nach Rechts und Headbangen. Primitive Völker machen die Band an, drum glotzen sie sie so gerne an und wisst ihr was euch noch anmachen wird? Der affengeile Punk, den die Band hier spielt. Die Message des astrein gespielten, für die Band typischen blitschnellen Punks: Eine Abrechnung mit dem Stumpfsinn des Urlaubstourismus, Sextourismus etc. Primitive Völker, machen mich so an? Jep und Euch wird diese fünfte Scheibe der Dorks anmachen, aber volle Kanone! 

Ziemlich Ruhig leitet Was dein Auge nicht sieht ein. Die Dorks bringen es mal wieder volle Kanne auf den Punkt. Liza, die neben dem Leadgesang, zusammen mit Pascal Dork, oder auch P-Assi für die Gitarre verantwortlich ist, rechnet in dieser Nummer mit ignoranten Bürgern dieses Landes ab. Die melodische Punknummer, ist im Grundgerüst eher im mittleren Tempo gehalten und dies passt perfekt zur Message des Songs. Der Rezensent dieses Reviews fühlt derart mit den Dorks und findet seine Gedanken in den Textzeilen von Was dein Auge nicht sieht wieder. Die Dorks liefern hier einen Titel ab, den ihr euch einmal zu Herzen nehmen solltet, falls ihr eins habt und nicht von eurem Hass, eurer Paranoia und eurem „besorgten“ Bürgertum zerfressen seid. Weil du nichts fühlst und nichts siehst, bist du halt ein dummes kleines Wesen, unmenschlich und verroht. 

Ich muss mir dieses Statement hier mal erlauben und entschuldige mich bei den Dorks für den Zwischenruf. Ihr besorgten Bürger seid verwöhnte kleine Fötzchen mit so einer schamlosen Erwartungshaltung gegenüber dem Rest der Welt an euch selbst, während ihr selbst nicht einmal ein Quantum Respekt und  Akzeptanz, oder wenigstens sowas wie Toleranz anderen entgegen bringt. Es ist ein Witz. Dabei hetzt ihr munter fröhlich gegen alles und jeden: Flüchtlinge, Ausländer, Homosexuelle usw. Ihr habt nicht einen Funken Anstand im eurem Leib, ihr besorgten, wir sind keine Nazis Aber…. Irgendwie doch schon. Oh ich bin ja schon still, sonst legt ihr wieder die Wäh Wäh wir sind arme arme Opfer Platte auf und bombardiert mich mit billigen WordPress Links, die jeder Depp ins Netz schleusen kann, die ihr für das Gegenstück zur Lügenpresse ansieht. 

Weiter geht es mit Juwelen der Gosse, dem vierten Geniestreich auf dieser heißen Punkrock-Scheibe. Auf fünf Minuten, wird hier rotziger und wie immer geil produzierter Punkrock from the allerfeinsten dargeboten. Lyrisch geht es hier um Zusammenhalt und Freundschaft. Es geht darum wie wertvoll Freundschaften sind und das man sie nicht als selbstverständlich erachten sollte. Oh ja. Juwelen der Gosse, das kann man aber auch als Metapher für die Qualität dieser abgefahrenen Punkrockband hernehmen. Ich Strahl für dich, du Strahl für dich, denn du bist mein Juwel, in dieser Gosse: Heißt es im Refrain. Hammer geil. Wie gewohnt sind Gitarren, Bass und Schlagzeug von Exquisiter Qualität. Punkrock Deluxe…. Direkt aus der Gosse. 

Keine Träne für den Wohlstand stellt hier das angekündigte Video dar, auch ein Song mit einer eindeutigen, guten Botschaft, aber ich möchte den Track an dieser Stelle für sich selbst sprechen lassen:

Wer sich bis jetzt immer noch nicht im nächsten Plattenladen nach Urlaub in der BRD von Die Dorks umsieht, für den haben wir mit Mein Freund und Sterbehelfer, die nächste Punkschleuder in Petto: Obwohl Punkschleuder? Ich würde es fast irgendwie als Metal-Punk bezeichnen. Das Leadriff und die gallopierenden Riffs von Rhythmusgitarre und Bass, wirken fast wie ein Metaltrack. Dieser Song ist eine Abrechnung mit korrupten Polizisten und deren Willkür. Wer jetzt glaubt, dass es sich hier um sinnloses „Bullenbashing“ handelt, der Irrt. Im Text geht es eindeutig um die Korruption von jenen, die eigentlich für die Menschen da sein sollten. Ich würde hier gerne den Text dazu aufschreiben, aber das sprengt den Rahmen dieser Rezension und somit würde ich euch empfehlen, euch von dieser abermals grandiosen Punkrockhymne ein eigenes Bild zu machen – ANHÖREN! (Was übrigens für die Platte im allgemeinen gilt) 

Bei Track Nummer 7. geht es um eins: PUNKROCK. Und dieser Name ist Programm. Derber rotziger Punk, der sich gewaschen hat. Da reißt euch die Hutschnur. Aufdrehen und Pogotanzen. Bei der Stoff aus dem die Alpträume sind, nehmen sich Die Dorks weiterhin keine Verschnaufpause. Der Song im mittleren Tempo mit unglaublich geilen Leadgitarren, die aus einem perfekten Spiel bestehen, ist der Weckruf für alle: Lass dich nicht verarschen, steh zu dir und Stolz darauf. Eine unglaublich coole Empfehlung für jeden der an sich selbst, seinem Leben und seinen Zielen Zweifelt. Als ich den Titel des nächstem 11. Stückes Freie Radikale laß, musste ich grinsen wie ein Hippie auf Acid bei Woodstock. Metallastige, hymnische Punkgitarren. Kurz Zusammengefasst: Ein Statement an faschistische Zombies, die Menschen nicht respektieren können, wie sie sind und vermutlich gegen alle und jeden was haben die ihr Leben nicht so leben, wie sie es selbst tun. Provozier keine freien Radikale, sonst werden sie zum Krebsgeschwür, heißt es im Text und alleine diese Passage ist Im Angesicht der Botschaft des Tracks schon Ausschlaggebend. Musikalisch wird hier wie immer astreiner Punk dargeboten. 

Die Dorks haben Power und Kraft, Energie und lassen die Herzen von Punkrockern, buchstäblich rasen. Das ist einfach unglaublich geiler, derber Punk. System Der Schande kommt mit einem Spongebob Intro daher, wirkt das zunächst etwas lustig erscheint, aber auf die Message des Textes wie die Faust in die Fresse eines menschenverachtenden Vollidioten sein. Oben habe ich dazu ein Statement bereits abgegeben, jetzt tun es die Dorks. Die Unmenschlichkeit all jener, die alles was nicht mit ihrem egozentrischen, erbärmlichen Leben konform geht, wird hier überdeutlich unter die Lupe genommen und jeder, der die Botschaft, die dieser Song mit sich bringt nicht versteht, oder sich dagegen Wehrt, der ist genau dieses verrohte, unemenschliche Arschloch. Es geht um die Dumpfheit und den Egoismus, die Bequemlichkeit und die Meinungsschizophrenie eines jeden Patridiotens. Wirklich Leute, wenn wir nicht anfangen umzudenken, wird dieses Land eines Tages, das besagte System der Schande sein. Liza ich feier dich ohnehin schon, aber noch mehr für diesen Text. Du schreist hinaus, was hinaus gehört. Aber in den Augen dieser Trotteln sind Menschen wie du oder ich, gleich Links-Grün-Versifft und so weiter. Aber nicht einmal das merken sie noch, dass man sie auch einfach dafür nicht mögen könnte, dass sie jeden zum Feind deklarieren. Da wird dann eine angebliche politische Überzeugung an den haaren herbeigeholt. Naja das hier ist ein Review und keine Polit-Gesprächsrunde. 

Das echte Dichter und Denker Im Herzen Asozial sind beweisen Die Dorks nicht nur auf dieser Nummer, sondern auch bei dem vorherigen und weitergehenden Teil des Albums. Mit Das Leben Gab Mir Keinen Spielplatz, schlägt es Nummer 12 und Liza und ihre Hopfengetränk vernichtende Truppe hauen weiter auf die Kacke. Hier gilt ebenfalls: Anhören! Dies gilt im Grunde für die Komplette Scheibe der Punkgranaten. Die Dorks wissen einfach, wie man richtig derben Punk macht. Als Abschluss vermutlich im Feature des neuen Bandmitgliedes Donald? geben die Dorks nochmal mit Roadcrew Von Den Dorks zum besten und rocken wie nochmal wie Sau

Fazit: 10 von 10: Das Nun mittlerweile fünfte Langspielalbum der Band ist für jeden Punk und Punkrockfan einfach ein MUSS! Besorgen, Aufdrehn‘ und Po-Gen! Die band verpackt intelligente Botschaften im perfekten Punkkleid. Hier wackeln die Wände und die Omma von Nebenan, kriegt einen Kulturschock! GEIL! 

Review von Philipp – Philipp@She-wolf.eu

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Weitere Info’s zu Die Dorks:

Die Dorks – Offiziell
Die Dorks @ Facebook
Die Dorks @ Amazon
Die Dorks @ Bandcamp

 

 

 

 


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