Review: Cynic Circus – Make Some Nose (Alternative Metal)

Manege Frei für unsere heutige Reviewrunde. Bringt die Gitarren rein und send in the Clowns! Heute geht es um die österreichischen Alternative Metal Newcomer Cynic Circus und ihr doch durchaus eindrucksstarkes Debütalbum Make Some Nose. Zugegeben: Bei dem Titel muss man schon grinsen wie ein Clown, der dich mit Wasserpistolen durch die Innenstadt jagt, denn der Titel des Debütalbums der Clownstruppe, scheint ein absolut geniales Wortspiel zu sein und passt perfekt zu dem Image der Band. 

Auf Make Some Nose bieten euch Cynic Circus ein durchaus gelungenes Alternative Metal Debüt, dass durch seine interessante Konzeption sicher den ein oder anderen begeistern könnte. Wirklich interessant ist das Zusammenspiel aus männlichen und weiblichen Vocalparts, sowie die durchaus originelle Idee dahinter. Aber nun nimmt erstmal platz in der Manege. Ladies und Gentlemen! Let’s Rock ’n‘ Roll. Bei dem opener Mask Up verstehen Cynic Circus es den Einstieg grandios zu verpacken. zugegeben: Ich wartete die ersten Sekunden drauf, bis die typische Zirkusmarschmusik ertönt. Aber Nein! Hier wird doublebass Drum lastiger gepoltert und in tiefen Akkorden eine Vorstellung für Alt und Jung geboten. Im Verse werden die Hörer von der lieblichen Stimme von Sängerin Cat empfangen und spätestens da gehen die Partylöwen ab und tanzen die Mietzen auf dem Trapez. HEIß!!!! Das Gitarristenduo Wolf & JK, sowie Bassist Tingle Tangle Deitsch (Nicht zu verwechseln mit Tingle Tangle Bob von die Simpsons, wenn er auch so mörderisch gut rüberkommt), werden von Drumer Gatti zur Hochform angepeitscht. Der Refrain ist wirklich eine harmonische Epoche. Während Sängerin Cat in ihrer liebevollen Sopranstimme auf das Arrangement singt, als wäre sie dafür geschaffen, sind die Shouts von Andy genau die perfekte Ergänzing. Wer mit dem Image der Band vertraut ist, der wird sobald er denn die Augen schließt von einer Rockshow in der Zirkusmanege träumen. Der absolute Wahnsinn was diese neue Band da vom Stapel lässt. Die Arrangements sind nicht zu Komplex, aber auch nicht zu einfach und so wird man kaum Mühe haben die Platte mehrmals durchzuhören. We Don’t Speak (No Espaniol) ist da auch nicht gerade Sparsam und versprüht seinen ganz besonderen Charme. Der Track erinnert zuerst an eine Art Metaltango und wird im Wechselgesang von zunächst Cat und Andy getragen, da die musikalische Ausrichtung hier zunächst etwas Sparsam erscheint. Doch weniger ist oft mehr und so merkt man, dass Cynic Circus auch hier alles richtig gemacht haben. Der Refrain von We Don’t Speak (No Espaniol) ist kein lieblich dahinplätscherndes Päckchen, er bleibt irgendwie im Kopf hängen und geht unter die Haut. Auch die Musiker machen hier eine unglaublich starke Figur. Ich ertappte mich dabei, wie ich von diesem Song bereits beim ersten durchhören angetan war. Die Musik von Cynic Circus hat die gewisse Prise von progressivem Metal insich und macht somit ein gestandenes Gesamtpaket aus. Hier und da vernimmt man auch Metalcore einlagen an den Riffs und der (männlichen) Gesangsstimme. 

Das Sounddesign und die Produktion, machen den Klang des Albums erst so richtig brachial. Cynic Circus lassen ihre Songs nicht zum Einheitsbrei verkommen. So hört man hier und da leichte Synthesizereffekte, die dem ganzen erst ein Horrorclownkabinett Flair geben. In dem Sinne, schnappt euch eure in Schnaps getränkte Zuckerwatte und headbangt zu den druckvollen und sorgfältig gewählten Klängen zu King Of The Jungle…. Da Headbangt sogar King Kong. Ich muss Cynic Circus wirklich eines zugestehen: Sie verschmelzen sogar Nu Metal und Crossover Elemente in ihre Songs. Ist das schlecht? Nein! Das ist eine Mischung, die einfach beweist: Nicht nur ihr Image ist außergewöhnlich, sondern auch ihr Mix etwas, was ich in dieser Form selten zu hören finde. Und der Name der Band passt perfekt zu dem Gesamtkonzept. Ich habe beim Lauschen der Songs echt immer eine abmeddelnde Zirkustruppe etzala vor meinen Augen. Sowohl Bass, als auch Rhythmusgitarren reißen den Hörer in ihren Bann und fernsteuern seinen Nacken zu Headbangorgien. Also Verträumt würde ich hingegen beispielsweiße den wundervollen Einstieg zu Bubble Maker bezeichnen. Hier zeigen Cynic Circus auch mal ihre ruhige, nachdenklichere Seite. Die Gitarren wirken verträumt und werden mit viel Delay in den Mix eingefügt. Der schöne Gesang, bleibt hierbei im Ohr hängen. Wer jedoch glaubt, dass es sich bei Bubble Maker um eine ausschließlich ruhige Nummer handelt, denn muss man hier mit der Tatsache konfrontieren, dass der Song nach einer Gewissen Einfühlzeit zur gewohnten, theatralischen Soundcollage verbunden mit synphonischen Synthesizern und natürlich Metal aus schweren Gitarren, druckvollen Bässen, glänzenden Leadgitarren und so weiter und so fort. Melodien und Riffing, sowie Arrangements auf Make Some Nose, sind ausgewogen und Abwechslungsreich, aber nicht zu überladen. Es wirkt wie aus einem perfekten Guss. Metalheads werden hinsichtlich ideenreichen Riffs von Bass und Gitarre, sowie den beinharten Doublebass Drums und einem perfekten Arrangement verbunden mit einer wieder mal fabelhaften Leistung der beiden Sprachröhren verwöhnt. Auf Same Game erinnern mich die Melodieen hier und da ein Wenig an Iron Man von Black Sabbath. Dies soll aber kein billiger Vergleich sein, denn Cynic Circus haben genug innovatives hier in ihren Mix einfließen lassen. Dürfen wir zum Tanz auffordern? Auf geht’s –  den Waltzer im Moshpit tanzen! Russian Waltz ist ein irrwitziger Titel, der so klingt wie er heißt und ich kam beim hören nicht aus dem grinsen raus. Die Musik ist aber auch hier wieder ernsthaft gehalten. War das ganze zuerst etwas sanfttönig, werden Stromgitarren noch früh genug hinzugemischt um den Waltzer auf geniale Art und Weiße Moshpit Tauglich zu machen. Sänger und Sängerin geben auch hier wieder ein unschlagbares Duo. Besonders schön sind hier auch die operettenhaftigen Gesangseinlagen des männlichen Gesangsparts. Nicht ganz so komplex, wie die vorherigen Songs, wirkt dieser Track aber wie heißt die devise so schön? Weniger ist oft mehr und auch hier wird ein gut einstudiertes Programm am Trapez der Metalmanege abgelegt – fantastisch! Bei Stay Away kann man nur sagen, mach das Gegenteil! Wenn man dies auf den Song (und natürlich die gesamte Platte münzt) Eingängig ist die Nummer zwar einerseits, andererseits aber auch wieder toll und sie schafft so den Spagat aus Dahinplätschernd und den Hörer nassspritzend. Bad Joke? Die so betitelte Gleichnamige Nummer ist alles andere als das. im Mittleren Tempo wird in der Manage noch einmal alles gegeben und das zahlt sich aus. Metalgitarren und Bässe auf Topform und ein interessanter Text, der euch sicher bocken wird, werden hier zur gewohnt, konstant perfekten Vorstellung geboten. 

Fazit: Gäbe es ein Album, das der Joker von Batman gerne hört, dann wäre Make Some Nose sein absolutes Highlight. Die Newcomer von Cynic Circus legen hier ein durchaus hörenswertes Debütalbum an den Start, dass Fans des Nu- & Alternativemetals mehr als gefallen könnte. Was die fünfköpfige Band hier ablegt, ist einfach mal etwas anderes, als immer nur der selbe Krempel, welcher durch die Player geht. Alternative Metal fans? Anhören und Zugreifen! 

Review von Philipp – Philipp@she-wolf.eu

Internet:

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