Review: Cortarmao – Herzmaschine (Punk / Hardcore / Metalcore)

Man nehme eine ordentliche Prise Punk, Mische diese mit gewaltigem Hardcore und Metalcore, garniere es mit Texten, die der satteste Arschtritt sind und heraus kommt? Cortarmao mit ihrem Debütalbum Herzmaschine. Das Liebevoll gestaltete Layout der CD, das mich von der Machart her gesehen, irgendwie an die Schallplatten von Crass erinnert, ist allemal ein Hingucker. Doch öffnen wir die Liebevolle Verpackung, bestehend aus einem Digisleeve, einem charmant aufgemachten Songblatt, in dessen Mitte ein Durchstochenes Herz prangt und widmen wir uns ausschließlich dem Inhalt. 

Eins steht fest: Cortarmoa sind keine lieblich dahingurkende Combo, wie man sie schon zu Hauf gesehen hat. Der kompromisslose, zornige Straßensound und die pure Zerstörungswut, geben sich sowohl musikalisch, als auch Stimmlich als Energiegeladene Combo, die so wirkt als habe sie im Studio den Zorn einer ganzen Generation auf sich geladen. Der Opener Aorta eröffnet mit einem berühmten, philosophischen und tiefgreifenden Zitates aus dem Film Fight Club und damit haben sie schon mal die volle Aufmerksamkeit des Typen, der den Silberling rezensieren darf Inne. Am Ende des Zitates heißt es, wir sind ganz Kurz vorm Ausrasten…. Jep und das passt hier wie die Faust in die Fresse. Zunächst im mittleren Tempo gehalten, wechseln Cortamaro sich zwischen ebend diesem und schnellen Passagen ab. Es klingt wahrlich so, als ob die Hardcore-Punks aus deinem Hi-Fi System ausbrechen wollen und einen auf ,,Destroy This Fucking Place“ machen wollen. Die Produktion der Platte klingt etwas Suboptimal, aber das hat einen gewissen Charme und das hier ist Gottverdammter Hardcore-Punk. Das muss so! Aorta ist ein höchst tiefgründiger und philosophischer Text, den man gehört haben muss. Oder besser gesagt gelesen haben muss denn Lieber Christian Schuster, nimm es mir nicht Krumm. Du machst deinen Job sowohl stimmlich als auch musikalisch am Synthie erstaunlich gut, aber man versteht dich nicht immer. 

Auch Baldachin kann mit einem tiefergehenden Text, bei dem es wohl um Depressionen, Hoffnungslosigkeit geht und mit  einer ordentlichen, komplexen Abwechslungsreichen Arrangierung der musikalischen Darbietung aufwarten kann. Drummer Franz Katzner versteht es die Stöcke schwingen zu lassen und die Band zu Mörderleistungen anzutreiben. Gitarrist Hannes Hoffmann und Bassist Mihail Buzatu, werdem diesen nur gerecht. Auch hier beweisen die Jungs von Cortarmao wieder eins: Sie wissen was sie tun und das ist auf eine fast schon charmant, elegante Art den Zorn rauszulassen.

Man kann es deutlich sehen: Stumpf ist Trump(f) scheint Cortarmao nicht gelegen und dies bezieht sich auf die Lyrics dieser Moshpit und Violent-Dance tauglichen Kapelle. Variation und Abwechslungsreichtung scheint der Band gelegen. Das sieht man auch an so ruhigen Einlagen, wie bei Decoder, bei der man irgendwie Bilder einer Dystopischen Stadt in den Kopf bekommt und sich fast schon in seinem Kopfkino verliert. Aus irgendeinem Grund, erinnern Cortarmao in gewisser weiße an eine Hardcore Variante der Ton Steine Scherben. Liegt es an den Lyrics? Der Stimme von Sänger Chris? Ich glaube es ist von allem etwas. Hier beweisen unsere Hardcore Killer, das sie auch in der Disziplin der etwas gediegeneren Geschwindigkeit bestehen. Garniert mit Doublebass-Drums und Guitar-Storm Riffs versteht sich. 

Epikard wird durch Synth töne eröffnet und auf seine Knapp zweiminütige Spieldauer von eben jenen Begleitet. Hier merkt man den Minimalismus des Punk in seiner reinsten Form. Auf Faradisation geht geht wieder mächtig der Punk ab. Wie man es von Cortarmao gewohnt sind, versprühen sie Hardcore und Metalcore Napalm und stecken damit alles in Brand. Im Kontrast zu den kürzeren Nummer steht Glomera, die mit gut Acht Minuten Spieldauer, sich aber nicht wie Kaugummi zieht, sondern eher nicht langweilig wird, das ganze wirkt eher wie ein akustisches Hardcore-Punk Kunstwerk. Im Kontrast dazu, gibt es den 56. Sekündigen Crashkurs mit dem geil lärmenden Hexode.  Ich habe mir mal erlaubt, den Text reinzukopieren. Denn: Hier wurde alles gesagt, was zu sagen ist.

die gabe bis vier zählen zu können / ein einfaches leben / das ist alles gar nicht so witzig / doch ihr herzmaschinen lacht ja bekanntlich über jeden dreck / schäm dich du schmutz / wir sind dann mal wieder da drüben und gehören weiter nicht dazu / „wann wird es enden?“ / niemals. /

Herzmaschine ist im großen und Ganzen einfach eine verdammt harte Kritik, eine Saftige Ohrfeige und ein Wachrütteln. Eine Kritik an dem Stumpfsinn des Systems, der Gesellschaft, die zu Robotern und Drohnen droht zu verkommen. Cortarmao realisieren dieses anarchische Werk nicht offensichtlich, sondern schreiben in Metaphern. Dies kommt verdammt stark rüber und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. 

Auf Isolator geben Cortarmao nochmal alles zum Besten. Hier muss man sich in den Text einfühlen. Fast schon progressiv kommt die HC-Punk Kampftruppe daher und liefert zum krönenden Abschluss nochmal ein ordentliches Punkbuffet ab. 

Wertung: 8 von 10

Fazit: Cortarmao bilden auf dem Markt des Hardcore’s mal etwas ganz anderes. Sie heben sich deutlich von ihren Genrekollegen hervor Ab in den Pogokreis mit euch und Pogen bis die Schwarte kracht. Zwischen Hardcore, Punk und Metalcore, ist hier alles dabei und das macht zusammen mit der Eigenwilligen Art, mit der Cortarmao an die Sache gehen, Herzmaschine zu einem Tipp für die Szene

Review von Philipp – Philipp@she-wolf.eu

Internet:

Cortarmao @ Facebook: https://www.facebook.com/Cortarmao/
Cortarmao @ Bandcamp:  https://cortarmao.bandcamp.com/album/herzmaschine

 


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